Pflegehilfsmittel

Was sind Pflegehilfsmittel und wie bekommt man sie?

Pflege bedeutet Körperkontakt mit Menschen. Das liegt in der Natur der Sache. Ob Sie als Angehörige ein Elternteil selbst versorgen oder ob Sie einen Pflegedienst dafür engagieren: Um die Übertragung von Keimen zu verhindern, müssen nicht erst seit Corona Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Konkret heißt das hauptsächlich, dass Hände und Flächen desinfiziert werden und dass in bestimmten Situationen Einmalhandschuhe getragen werden. Dies ist besonders wichtig beim Umgang mit Wunden oder Ausscheidungen. Auch der Mund-Nasen-Schutz ist inzwischen Standard. Diese Materialien kosten Geld – doch jeder Pflegebedürftige hat das Recht darauf, dass ihm bis zu 40 Euro im Monat für diese sogenannten Pflegehilfsmittel erstattet werden.

Diese Verbrauchsmaterialien sind als Pflegehilfsmittel anerkannt:

Wo kaufe ich Pflegehilfsmittel?

Sie haben zwei Möglichkeiten, diese Artikel zu besorgen:
Sie kaufen die Gummihandschuhe, Masken oder Desinfektionsmittel je nach Bedarf in Ihrem örtlichen Drogeriegeschäft, in der Apotheke oder im Sanitätshaus. Die Rechnungen reichen Sie bei der Pflegekasse ein und bekommen die Beträge rückerstattet. Mit dieser Methode haben Sie immer genau die Mittel, die Sie gerade brauchen. Sie haben allerdings auch einigen Aufwand damit und müssen das Geld zunächst auslegen.
Sie bestellen ein Paket mit dem ungefähren monatlichen Bedarf bei einem Dienstleister wie beispielsweise Vitalset. Sie erhalten Ihr Paket regelmäßig und sparen sich den Weg zum Laden. Der Dienstleister rechnet direkt mit der Pflegekasse ab. Stellen Sie fest, dass doch andere Dinge mehr gebraucht werden, können Sie den Inhalt Ihrer Pflegebox zum nächsten Monat ändern.

Wer hat Anspruch auf den 40-Euro-Zuschuss?

Der Gesetzgeber hat entschieden, dass diejenigen Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel haben sollen, die sie wirklich nötig haben. Konkret heißt das: Die Regelung gilt für alle, die einen Pflegegrad haben. Ein Rezept vom Arzt ist dafür nicht notwendig. Der Anspruch auf Erstattung ist im Sozialgesetzbuch festgelegt (§ 40 SGB XI). Die Hürde ist aber nicht hoch: Bereits ab Pflegegrad 1 ist es möglich, die Ausgaben für Pflegehilfsmittel erstattet zu bekommen. Die Kosten müssen allerdings auch tatsächlich dadurch anfallen, dass eine andere Person, ob Angehörige oder Pflegedienst, zur Unterstützung ins Haus kommt. In der Praxis organisiert der Pflegedienst oft die Lieferung dieser Verbrauchsmittel, damit das Personal sicher sein kann, dass immer ausreichend vorhanden ist.

Der Unterschied zwischen Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln

Dem Begriff „Hilfsmittel“ begegnen Senioren immer wieder. Im dicken Hilfsmittelverzeichnis ist alles aufgezählt, was die Kassen bei Bedarf finanzieren – vom Gehstock bis zum Badewannenlift. Ihre Funktion ist meist, dass sie körperliche Defizite ausgleichen, die Selbstständigkeit erhalten oder zumindest die Pflege unterstützen sollen. Gummihandschuhe und Masken sind dagegen Verbrauchsmittel. Sie müssen nicht ein Mal, sondern immer wieder angeschafft werden. Von der pragmatischen Erstattungsregelung profitiert die häusliche Pflege: So wird ermöglicht, dass die notwendige Hygiene in jedem Fall gewahrt werden kann.