Pflegeversicherung

Pflegeversicherung: ein starker Partner bei der häuslichen und stationären Pflege

Die Pflegeversicherung zählt zur Gruppe der Sozialversicherungen. Sie übernimmt in Deutschland eine wichtige Funktion, denn sie deckt das Risiko der Pflegebedürftigkeit ab. Tritt diese ein, ist sie für Geld- und Sachleistungen zuständig, um die Pflege ganz oder teilweise sicherzustellen. Die Leistungen greifen im Rahmen der häuslichen und stationären Versorgung.

Die Pflegeversicherung: Definition und Aufbau

Eine gesetzlich verankerte Pflichtversicherung stellt die Pflegeversicherung dar. Sie hat einen festen Platz neben der Kranken-, Renten-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung. Sie sichert das Risiko der Pflegebedürftigkeit ab. Jeder gesetzlich oder privat Krankenversicherte leistet seinen Beitrag zur Pflegeversicherung. Tritt der Versicherungsfall in Form der Pflegebedürftigkeit ein, lassen sich mitunter eine ganze Reihe von Ansprüchen geltend machen.

Pflegeversicherung: Leistungsempfänger brauchen einen Pflegegrad

Jede Krankenkasse bietet eine Pflegeversicherung an, somit spielt es oft keine Rolle, an welche Instanz sich Antragssteller und Leistungsempfänger wenden. Ein Beispiel, wie eng Pflege- und Krankenversicherungen miteinander verflochten sind, stellt die Erteilung von Pflegegraden dar. Diese werden von den Krankenkassen ermittelt. Zu diesem Zweck machen sich Gutachter vor Ort und im gewohnten Umfeld ein Bild darüber, wie ausgeprägt die Einschränkungen sind und wie sie sich im Alltag zeigen.

Einige Leistungen der Pflegeversicherung

In erster Linie haben nur Versicherte Anspruch auf Geld- und Sachleistungen, wenn einer der fünf Pflegegrade vorliegt. Über den Daumen gepeilt lässt sich sagen: Je höher die Einstufung ausfällt, umso mehr Leistungen steht einem Pflegebedürftigen zu. Das lässt sich leicht am weithin bekannten Pflegegeld ausmachen. Während Menschen mit Pflegegrad 1 leer ausgehen, so erhalten bei der häuslichen Versorgung alle Personen mit Pflegegrad 5 monatlich 901 Euro zur freien Verfügung. Anders sieht die Sache bei der stationären Pflege aus. Die Leistungen reduzieren sich zwar nicht, sie werden jedoch mit der jeweiligen Pflegeeinrichtung abgerechnet. Pflegebedürftigen steht lediglich ein kleiner Rest zu. Nur zur Erinnerung: Die Geld- und Sachleistungen verfolgen das Ziel, die Pflege sicherzustellen – egal ob im Zuhause oder während eines stationären Aufenthalts.

Pflegeversicherung: Entlastung für Angehörige und Pflegebedürftige

Die Leistungen der Pflegeversicherung sind vielschichtig. Sie richten sich nicht nur an Pflegebedürftige, sondern auch an Angehörige, um diese zu Entlasten. Hinzu kommt, dass sie sich oft miteinander kombinieren lassen, um eine möglichst hohe Kostenabdeckung zu erzielen. Wird etwa der Service eines ambulanten Pflegedienstes in Anspruch genommen, so springt die Pflegeversicherung in Form von Pflegesachleistungsbeträgen ein. Der Pflegegeldsatz verringert, je umfangreicher die Aufwendungen des Anbieters ausfallen. Der Dienst rechnet direkt mit der Pflegekasse ab. Abzüge beim Pflegegeld gibt es ebenfalls, wenn etwa Leistungen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege abgerufen werden.

Die Pflegeversicherung stellt die häusliche und stationäre Versorgung sicher

Ist die Pflege im Zuhause aufgrund der baulichen Gegebenheiten schwer oder gar nicht möglich, empfiehlt sich, mit der Pflege- oder Krankenkasse in Kontakt zu treten. Mitunter stehen Finanzierungsmöglichkeiten bereit, die zur Verbesserung des Wohnumfelds beitragen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Ohne barrierefreies Bad entpuppt sich die häusliche Pflege als echte Herausforderung. Es ist für den reibungslosen Alltag unentbehrlich. Wohnungs- und Eigenheimbesitzer erhalten bei einem Bewohner mit Pflegegrad bis zu 4.000 Euro für Umbaumaßnahmen. Leben mehrere Pflegebedürftige in einem Haushalt, können sich die Zuschüsse auf 12.000 Euro erhöhen.